Startup-Gespräche und Muskelkater beim Neujahrstreffen

Zum dritten Jahr in Folge trafen sich Mitglieder unseres Vereins zum neuen Jahr in Frankfurt. Vom 6. bis 8. Januar übernachteten 18 DGPS-Alumni in der Jugendherberge am Mainufer, schmiedeten Pläne für den Verein, trafen echte Gründer und genossen die Abende in der Altstadt. Beim ersten Treffen des Jahres 2017 war damit eine Rekordzahl an Mitglieder dabei.

Noch mehr als bisher kamen unsere Alumni dieses Mal in Kontakt mit Menschen, die in der Realität ein Unternehmen aufgezogen haben oder gerade dabei sind. Einer davon: Der Dreißigjährige Patrick Makar. „Mit dem Kopf durch die Wand und los!“, dachte er sich 2011. Nachdem Makar als Vertriebler in einem Onlineshop ein paar Geschäftskontakte aufgebaut hatte, stellte er in nur vier Wochen nach einer ganz ähnlichen Idee seinen eigenen Shop auf die Beine: handycover24.com. Das lief trotz minimaler Planung erstaunlich gut – bis Internetriese Google seine Seite auf die rote Liste des Spamfilters setzte. Nach kurzer Zeit blieb Makar auf den Schulden der Gründung sitzen.

Davon ließ sich der Darmstädter allerdings nicht die Motivation nehmen. Tatsächlich ist er dazu entschlossen, dieselbe Geschäftsidee nochmal umzusetzen. Dieses Mal allerdings mit besserer Planung, erklärte Makar den Alumni. Er achte jetzt darauf, sich mit Verträgen abzusichern und schaue sich alle Details genau an. Damit ist der Vater einer kleinen Tochter wohl der gegenteilige Gründertyp zu den DGPS-Teilnehmern, die ihre Ideen später real werden lassen. Bei Makar kam der Sprung ins kalte Wasser vor dem Blick auf die Wassertiefe – der Wettbewerb vermittelt schon früh Respekt und Wissen.

Ein Knotenpunkt für Startups am Main ist der Accelerator Frankfurt ganz in der Nähe der Messe. Dessen Gründer heißt Ram Shoham und ist ein Israeli aus Tel-Aviv mit mittlerweile 13 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Startups. Die acht jungen Unternehmen die aktuell im Accelerator betreut werden, haben sich gegen 200 Konkurrenten durchgesetzt und ein viermonatiges Intensivprogramm hinter sich. Die Devise von Startup-Experte Shoham: „If you fail, fail fast.“ Für die Gründer gilt es nun, in Investorengesprächen Kapital zu sammeln. 150.000 Euro erhofft sich Max Wald davon. Er ist im Accelerator mit dem Unternehmen Pronteo vertreten. Während in Frankfurt wohl die meisten Startups an der Schnittstelle zwischen Finanzen und Technologie arbeiten (Stichwort „Fintechs“), will man bei Pronteo begeisterte zu-viel-Kocher und hungrige nicht-Köche zusammenbringen. Highlight für unsere Mitglieder: Max stellte sich als ehemaliger DGPS-Teilnehmer heraus – für ihn reichte es damals für Platz 11. Heute ist er nach einigen IT-Problemen und schlaflosen Nächten zuversichtlich, das nötige Geld für das Wachstum seiner Idee einwerben zu können.

Viele neue Mitglieder unseres Vereins lernten zudem in Frankfurt erstmals das Startup „Mycoach FFM“ kennen. Die Brüder Christian und Daniel Kuczminski sind Personal Trainer – und standen uns nicht nur für ein lockeres Gespräch zur Verfügung, sondern gaben dem ein oder anderen eine ordentliche Portion Muskelkater mit auf den Weg.

Innerhalb des Vereins wurde viel über die jüngsten Entwicklungen diskutiert. Ein Thema war beispielsweise der Kontakt zum Projektbüro des „stern“. Ein herzlicher Gruß geht an dieser Stelle nach Hamburg an die von uns als Ansprechpartnerin in allen Belangen geschätzte Britta Liefländer, die eine Auszeit als Mutter antreten wird. Wir wünschen ihr dafür alles Gute!

Wie man moralisch gutes Handeln mit dem Berufsleben unter einen Hut bringen kann ist ein wichtiges Thema für unsere Alumni Lea Fischer und Darius Meißner. Sie hielten in Frankfurt einen Vortrag über ethische Berufswahl – eine Frage, mit der sich noch niemand von uns wirklich auseinandergesetzt hatte. In der Folge entwickelte sich eine sehr angenehme und kontroverse Diskussion, die sicher gerade unseren jüngeren Mitgliedern, die teils noch in den Abiturvorbereitungen stecken, neue Perspektiven eröffnet hat. Als gute Ressource zu dem Themenfeld stellten von Lea und Darius das Buch „80.000 Hours“ vor. Es setzt sich auch mit der Frage auseinander, wie Altruismus effektiv gestaltet werden kann. Zum Hintergrund: 80.000 Stunden wird man etwa im Berufsleben verbringen.

Die gute Lage der Jugendherberge erlaubte es uns, die Abende wie in den vergangenen Jahren in den Kneipen des schönen Alt-Sachsenhausen zu verbringen. Ins Dauth-Schneider, ein echtes Frankfurter „Äppelwoi“-Gasthaus, begleitete uns auch der Pronteo-Gründer Max Wald. Neben vielen interessanten und witzigen Gesprächen brachte dieser Abend auch die Erkenntnis, dass sauer gespritzter Äppler wohl nicht jedermanns Sache ist. Für alle gelohnt hat sich dafür sicher der Abschlussbesuch auf der Aussichtsplattform des Maintower.

Dieser Beitrag stammt aus der Feder von Victoria Dehe und wurde von Nándor Hulverscheidt redigiert.