Der Neue an der Spitze des DGPS

Lennart Augustin ist Marketing Manager bei Gruner + Jahr. Und er ist der Nachfolger Britta Liefländers als Projektleiter des Deutschen Gründerpreises für Schüler. Im Interview stellt sich der 32-Jährige nicht nur persönlich vor, sondern spricht auch über seine bisherigen Erfahrungen mit dem Wettbewerb.

Einige unserer Mitglieder haben dich schon 2013 im Future Camp des Deutschen Gründerpreises für Schüler kennengelernt – was hast du damals noch gleich bei Gruner + Jahr gemacht?

Ich startete direkt nach meinem Studium mit einem Praktikum bei Gruner + Jahr in die Berufswelt. Damals habe ich Patricia Hildebrand (früher noch Korrell) beim Deutschen Gründerpreis für Schüler unterstützt. Nach meinem Praktikum habe ich noch ein paar Monate als freier Mitarbeiter dort gearbeitet. Während meiner Zeit im Projektbüro des DGPS durfte ich dann auch mit zum Future Camp. Das war neben der Siegerehrung in Hamburg definitiv die spannendste Erfahrung, die ich in dem Job gemacht habe.

Hast du selbst als Schüler mal beim Gründerpreis oder einem ähnlichen Projekt mitgemacht?

Leider habe ich nicht beim DGPS teilgenommen. Wir mussten aber im Wirtschaftsunterricht einen Businessplan schreiben. Das war aber eine ziemlich trockene Unterrichtseinheit. Hätte ich damals den DGPS schon gekannt, hätte ich eine Teilnahme vorgeschlagen. Sowohl wir als auch unser Lehrer hätten dabei mehr Spaß gehabt.

Hast du selbst schon mal daran gedacht, ernsthaft zu gründen? In welcher Branche würdest du dich wohlfühlen?

Ich hab schon öfter darüber nachgedacht zu gründen. Ich wollte mal eine Travel-App entwickeln, die einem das Reisen in Gruppen mit Unbekannten erleichtert. Die Idee ist mir während einer Reise durch Israel gekommen. Leider brannten meine Reisegefährten nicht so für die Idee, wie ich und so ist die Idee am Strand von Tel Aviv versandet. Ich wollte auch mal mit einem befreundeten Bier-Brauer und einem amerikanischen Freund einen Biergarten inklusiver kleiner Brauerei in Kalifornien gründen. Leider ist auch diese Idee in der Planung gestorben.

Seit wann arbeitest du jetzt für den Wettbewerb? Womit beschäftigst du dich derzeit?

Eigentlich arbeite ich seit meinem Studienabschluss für den Wettbewerb. Nach meiner Zeit bei Gruner + Jahr wechselte ich 2012 zu der PR-Agentur „Mann beißt Hund“. Dort habe ich dann den DGPS kommunikativ unterstützt. Bis heute – jetzt darf ich endlich das Ruder übernehmen.

Anfang des Jahres hatten wir die Anmeldephase auf der Agenda. Wir haben die Werbetrommel bei den Schulen und Sparkassen gerührt. Jetzt läuft das Spiel und wir bereiten schon die Jurysitzung im Mai und die Siegerehrung im Juni vor. Es ist unglaublich, wie viel Arbeit hinter diesen beiden Veranstaltungen steckt. Außerdem haben wir diese Spielrunde mal etwas intensiver den Kontakt zu den spielenden Teams gesucht. Wir wollen gerne mehr Einblicke aus der Teamarbeit der Schülerinnen und Schülern in die Community teilen. Schaut euch das gerne mal auf unserer Facebook-Page an.

Mitte Januar hat der Vorstand unseres Vereins mit euch und den Marketingexperten von Mann beißt Hund darüber gesprochen, wie wir enger zusammenarbeiten können. Was sind allgemein deine Ziele und vielleicht auch Pläne für den Gründerpreis für Schüler?

Das Schöne am Alumni-Verein ist ja, dass sich dort die eigentlichen Expertinnen und Experten des Wettbewerbs versammeln: Ihr kennt euch mit dem eigentlichen Spiel viel besser aus als ich. Und vor allem: Ihr seid viel näher an der Zielgruppe, den Schülerinnen und Schülern. Ich glaube, es macht auf potenzielle Teams sehr viel Eindruck, wenn ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Begeisterung für den Wettbewerb werben.

Unser gemeinsames Ziel sollte es sein (und ich glaube das ist es auch), dass der Wettbewerb viel bekannter wird und jedes Jahr mehr Teams teilnehmen. Deshalb würden wir uns freuen, wenn ihr euch ganz aktiv einbringt. Besucht beispielsweise Schulen und macht Werbung oder teilt unsere Beiträge online. Übrigens: Wir suchen auch regelmäßig Praktikantinnen/Praktikanten im Projektbüro 😉

Was sind deiner Meinung nach die Stärken und Schwächen des Wettbewerbs?

Die großen Stärken des DGPS sind ganz klar die realitätsnahen Aufgaben und die Nähe zur regionalen Wirtschaft sowie zu den Sparkassen. Im Wettbewerb wird eine Gründung komplett durchgespielt – ohne halt wirklich zu gründen. Das heißt, nach der Teilnahme kennt man alle Schritte, die nötig und wichtig sind auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Außerdem ist eine große Stärke, dass sich der Wettbewerb einfach in den Unterricht integrieren lässt und diesen dann qualitativ unterstützt.

Schwächen versuchen wir natürlich ständig auszumerzen. Es gibt allerdings ein paar strukturelle Schwächen des Wettbewerbs, die uns schon länger auf dem Herzen liegen: Der Wettbewerb bedeutet für die Teams sehr viel Aufwand. Viele Schülerinnen und Schüler erledigen die Aufgaben sogar parallel zum Abi. Das führt dazu, dass einige Teams nicht bis zum Schluss durchhalten. Außerdem finde ich es schade, dass der Wettbewerb nicht überall in Deutschland gleich stark vertreten ist. Die meisten Teams kommen aus Bayern, NRW und Baden-Württemberg. Ich würde gerne mehr Schülerinnen und Schüler im Osten und Norden des Landes erreichen.

Für die Siegerehrung kommen ja jedes Jahr nicht nur die besten Teams sondern auch einige Alumni aus unserem Verein nach Hamburg – meist mit etwas mehr Zeit im Gepäck als die Teilnehmer. Hast du eine Lieblingsecke in Hamburg, an der man mal vorbeischauen sollte?

Haha, ich sehe schon, wohin das führt: Wenn man das erste Mal in Hamburg ist und über 18 Jahre alt ist, sollte man sich schon die Reeperbahn bei Nacht anschauen. Ob es einem gefällt oder nicht, die sündige Meile ist das internationale Wahrzeichen der Stadt. Ganz in der Nähe zum G + J Verlagshaus befindet sich der Hamburger „Weinhang“. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf die Landungsbrücken und den Hafen. Der Hafen ist sowieso ein sehr schöner Ort in Hamburg. Besonders schön kann man im Sommer die Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Stichwort Freizeit: Schaust du noch lineares Fernsehen? Was machst du sonst gern zum Abschalten?

Nein, ich gucke bis auf Nachrichten überhaupt kein lineares Fernsehen mehr. Dafür gucke ich unheimlich viel Serien bei einem Video-on-demand-Anbieter 😉 Ansonsten spiele ich Jokeiba (kennt sicherlich niemand, gibt es aber bestimmt auch an eurer Uni) mache Judo und erhole mich auf dem Sofa von meinen Verletzungen 😉 Hamburg hat außerdem eine sehr gute Musikszene und so besuche ich oft Konzerte und Festivals.

Möchtest du noch irgendetwas loswerden, vielleicht an unsere Mitglieder?

Ja, möchte ich: Respekt. Ich bin jedes Jahr wieder von der Kreativität, dem Einsatz und der Sorgfalt der Konzepte beeindruckt. Unter die Top Ten des DGPS zu kommen, ist eine riesige Leistung, auf die ihr alle sehr stolz sein könnt. Noch mehr Respekt habe ich davor, dass ihr euch auch nach der aktiven Teilnahme noch so fleißig engagiert. Das Netzwerk des DGPS ist Gold wert und ich bin mir ganz sicher, dass ihr früher oder später davon persönlich und beruflich profitieren werdet.

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