Die Alumni #1 – Daniel Sokolowski

Er ist Gründungsmitglied, Ex-Vorstand und Chef-Informatiker des Vereins: Daniel Sokolowski. Für den Auftakt unserer Serie „Die Alumni“ hat Daniel versucht, sich an seine Erlebnisse mit dem noch jungen Verein zu erinnern – und erzählt im Interview vom Schicksal seines eigenen, echten Startups.

Also Daniel, einige Mitglieder werden dich natürlich von einem der Frankfurter Treffen kennen. Ich allerdings habe dich noch als Vorstandsmitglied des Vereins kennengelernt, als du uns den 2013 im Future Camp des DGPS vorstellen wolltest, oder?

Ja genau, damals waren Mark Rhene und ich da. Wir waren ziemlich gespannt aufs Kennenlernen und eure Reaktion auf den Verein. Nachdem Ersteres ja bis drei Uhr Nachts sehr gut funktioniert hat, waren wir dann am Morgen bei der Präsentation nicht so wirklich wach. Aber letztendlich sind ja einige hängen geblieben.

Das kann ich bestätigen. Aber erstmal ganz weit zurück: Woher kam denn die Idee für den Verein?

Daniel Sokolowski

Soweit ich weiß, gab es schon 2011 den Gedanken, mal ein Netzwerk aufzubauen – und eine private Gruppe bei Xing. Als wir 2012 im Future Camp waren, hatten die Leute vom Vorjahr Mark geschickt, um von der Idee zu erzählen. Und da wir uns in der Gruppe da super verstanden, hatten wir auch echt Bock drauf, sowas zu machen.

Mit welchem Konzept hast du noch gleich am Wettbewerb teilgenommen?

Also das war ein 5er-Team und hieß Cellack. Unsere Idee war ein Handheftgerät, dass Papier statt mit Metallklammern mit Zellulosefäden fixiert. Das hätte verschiedene Vorteile, vom Recycling angefangen bis dahin, dass man die Blätter auch bequemer wieder auseinander bekommt. Meine Kollegen von damals sind auch im Verein, Anna Ravensburg, Luca Messerschmidt, Michael Haas und Mirko Articus.

Und ihr seid ja alle auch recht aktiv gewesen in der Frühphase, meine ich.

Joar, also nach dem Future Camp 2012 haben wir erstmal die Idee weiter entwickelt. Da hat sich natürlich so ein Kernteam gebildet, weil eben viele von uns, darunter ich, auf das Internat Hansenberg gingen. Da konnte man sich unkompliziert austauschen. Wir hatten dann auch schon früh ein Forum aufgebaut. Und ein paar Kernziele, darunter zum Beispiel die Treffen oder auch der Anspruch, ein möglichst vollständiges Netzwerk aufzubauen, auch zurück in frühere Jahrgänge.

Woher kam dann der Impuls, das in einem eingetragenen Verein zu machen, also so richtig offiziell?

Das hatte vor allem damit zu tun, dass wir uns ja schon recht weitreichende Gedanken gemacht hatten, was wir so tun wollen – und dass wir dafür nicht immer über Privatpersonen gehen wollen. Ein gutes Beispiel ist das Thema Kontoeröffnung. Und das Kürzel e.V. hat natürlich eine gewisse Seriosität.

So kam es dann zur Gründung – da meine ich mich erinnern zu können, dass die irgendwie rund um die Siegerehrung der Wettbewerbsrunde 2013 stattfand, in der ich selbst Teilnehmer war.

Ja genau… also am Tag nach der Preisverleihung müsste das gewesen sein. Da haben wir uns zur Gründungsversammlung getroffen. Gefühlt war das im Keller von Gruner und Jahr, da sind die Räume, die wir danach hatten, schon repräsentativer, wenn man so will. In Hamburg habe ich dann auch zum ersten Mal zum Beispiel Dominik Dahlhaus persönlich kennengelernt, der 2011 Teilnehmer war und dann bei der Gründung unser erster Vorstandsvorsitzender wurde.

Du warst ja ab da auch knapp zwei Jahre im Vorstand. Was würdest du sagen – seid ihr dem gerecht geworden, was ihr euch in der ersten Zeit vorgenommen hattet?

Man ist ja jung, da will man immer viel – relativ dazu war der Fortschritt eher schleppend. Aber wir waren ja auch alle quasi aus der Schule und hatten keine Ahnung. Die größte Herausforderung war deshalb, denke ich, einfach die ersten beiden Jahre zu überleben, was ja auch geklappt hat. Es gab auch schon sehr früh Interesse vom DGPS – sie haben damals Mark die Reise zu uns ins Future Camp bezahlt. Und uns war auch immer klar, dass wir die Zusammenarbeit wollten, dass der Verein letztendlich für die Wettbewerbsteilnehmer Teil des Preises wird.

Wie bist du dann aus dem Vorstand ausgeschieden? Du hattest ja so Einiges um die Ohren, meine ich.

Stimmt. Einmal gab es natürlich den Gedanken, dass es grundsätzlich gut wäre, wenn auch andere sich mal verewigen und frischen Wind einbringen können. Zudem hatte ich nach der Vereinsgründung angefangen, zu studieren und daneben hat auch Actified meine Zeit ziemlich gefressen.

Actified dürfte auch nicht mehr allen Mitgliedern etwas sagen. Das war ja im Grunde ein echtes Startup, was du und Michael ausgeheckt hattet.

Wir beide und noch ein Freund, der aber nicht beim DGPS war. Das fing alles im Sommer 2013 an, da sprach mich Michael mit der Idee an. Es ging darum, sportbegeisterten Leuten die Möglichkeit zu geben, sich in ihrer Nachbarschaft spontan zu verabreden. Das Ganze ist dann langsam – das ist wirklich der richtige Ausdruck – ins Rollen gekommen, so richtig erst im Winter.

Wie lief das ab – habt ihr erstmal ein Geschäftskonzept geschrieben?

Das war zuerst dran, das Konzept zu machen. Das dann zu verbessern, verbessern, verbessern. Schließlich haben wir dann eine UG gegründet und angefangen, eine App zu programmieren. Anfang 2015 haben wir dann eine Alpha-Phase an unserer alten Schule gemacht, später eine Beta im Frankfurter Raum. Die hat gezeigt, dass wir schon ein paar Aspekte massiv unterschätzt haben, zum Beispiel das Henne-Ei-Problem von solchen sozialen Anwendungen. Man möchte eigentlich am liebsten schon auf eine Community draufbauen.

Was ist denn der Stand der Dinge und was habt ihr aus dem Projekt gelernt?

Im Winter 2015 hatten wir noch die Idee, das Konzept in die Richtung zu ändern, dass man eine Fußball-Liga oder so organisiert. Das war aber dann doch recht weit weg von der Ursprungsidee und hat uns auch nicht im selben Maß motiviert. Im vergangenen Jahr haben wir dann ehrlich gesagt erst etwas herumgeeiert, wollten dann aber einen sauberen Abschluss und jetzt ist die UG in der Auflösung. Was auf jeden Fall eine Lehre ist: Gründen ist so hart, dass man es eigentlich nicht nebenbei machen kann – und eigentlich sollten auch die Leute, die es machen, möglichst an einem Ort sein. Sonst hat man allein in der Kommunikation sehr viel Verschleiß.

Vielleicht magst du uns zum Schluss auf den aktuellen Stand bringen, was dich persönlich betrifft?

Ja, also ich bin jetzt 22 und habe im vergangenen Jahr meinen Bachelor in Informationstechnik abgeschlossen. Jetzt studiere ich an der TU Darmstadt im Master – Internet- und Web-basierte Systeme – und bin Werkstudent bei der Lufthansa Industry Solutions. Das heißt, ich habe meistens eine ziemlich volle Woche. Und ich habe mich kürzlich für ein Auslandssemester in Delhi beworben.

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